Hamburg, 30.07.2009: Leidenschaft, Passion und Stil. Attribute, für die die italienische Gesellschaft in der ganzen Welt bekannt ist – zumindest wenn es nach der Meinung von Ferrari-Oberst Luca di Montezemolo geht. Ein Auto nach seinem Geburtsort, der Heimatrennstrecke oder dem Blechschneider zu benennen reicht nun also nicht mehr aus und die Tifosi bekommen von Ferrari eine ganz besondere Aufmerksamkeit: den Italia.
458 Italia ist die offizielle Bezeichnung des F430-Nachfolgers und der Kleine geht mächtig in die Vollen: das neue Triebwerk leistet trotz eines nur um 0,2 Liter auf nun 4,5 Liter vergrößerten Hubraumes mächtige 570 PS und überbietet den Vorgänger damit um 80 PS. Auch das Drehmoment des 4499 Kubikzentimeter großen Flatplane-V8 ist mit 540 Nm bemerkenswert, wenn auch der Gipfel erst bei 6000 Umdrehungen erreicht ist. Mit einer 12,5er Verdichtung, 180-Grad-Kurbelwelle, Direkteinspritzung und einer Maximaldrehzahl jenseits der 9000 Umdrehungen zeigt Ferrari deutlich, dass es sich hier wieder um einen Sportmotor reinster Prägung handelt.
Auch der Rest des 458 bemüht sich um beste Sportlichkeit. So wurde etwa die sequenzielle Schaltbox durch ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe ersetzt, dass nun für unmerkliche und vor allem extrem schnelle Gangwechsel sorgt. Zudem konnten das elektronische Sperrdifferenzial „E-Diff“ und die „F1-Trac“ genannten Traktionskontrolle besser mit dem Getriebe gekoppelt werden und die Ingenieure versprechen eine im Vergleich zum Vorgänger eine um 32 Prozent erhöhte Längsbeschleunigung bei der Kurvenausfahrt. Wie auch immer, schon der alte F430 war kein Kind von Traurigkeit und so wird der neue Italia den Konkurrenten wohl das Fürchten lehren. Schließlich haben die Gegner zuletzt deutlich aufgerüstet, etwa Lamborghini mit dem 560 PS starken Gallardo LP560-4, oder Porsche GT2 (530 PS).
Doch neben den nackten Zahlen entzückt der 458 seine Kunden mit einem atemberaubenden Styling, dem Pininfarina im Vergleich zum F430 deutlich mehr Klasse und Eleganz verliehen hat. Der Italia wirkt nicht mehr als Hardliner, bei dem die Form bedingungslos der Funktion folgt. Dennoch, die aerodynamische Effizienz ist immer noch beeindruckend: 140kg Abtrieb bei 200 km/h erreicht der Neue auch ohne unästhetische Spoiler. Dabei nutzen die Ingenieure interessante Materialtricks: die Frontsplitter etwa sind flexibel und verformen sich bei hohen Geschwindigkeiten um Luftwiderstand und Anpressdruck jederzeit im optimalen Bereich zu halten.
Das Ergebnis der Mühen sind 325 km/h Höchstgeschwindigkeit und eine 0-100-Zeit von sagenhaften 3,4 Sekunden. Natürlich spielt hier auch das reduzierte Fahrzeuggewicht eine Rolle, denn trotz gestiegener Leistung und neuem Getriebe bringt der aus Aluminium gefertigte 458 mit 1380 kg echte 70 kg weniger als der F430 auf die Waage. Auch für den Verbrauch sind das gute Voraussetzungen und in Kombination mit der Direkteinspritzung gibt Ferrari 13,7 Liter Durchschnittsverbrauch an. Kein guter Wert? Nun ja, immerhin fast vier Liter weniger als der selige Vorgänger.
Den Preis des auf der IAA im Herbst erstmals leibhaftig präesntierten Ferrari F458 beziffern die Experten auf über 170.000 EUR. Auch hier legt der Italia also ein gutes Stück drauf, doch dafür steht auch eine ganze Nation hinter ihm. Zumindest auf der Typplakette.
Text: Fabian
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