Hamburg, 11.12.2008: Sollte man einer Dodge Viper über 1000 PS verpassen, eine Toyota Supra mit 1200 Pferdchen von der Leine lassen oder 650 PS im Golf W12 gut finden? Geschmackssache! Wer allerdings Gefallen daran findet, in den nur vier Meter langen und 1,4 Tonnen schweren Pontiac Solstice einen gewaltigen V8 aus der Corvette zu implantieren, der hat per se schon mal einen Schuss. Man bedenke: Der Solstice ist de facto der gleiche Wagen wie der neue Opel GT. Und in diesen kleinen Roadster einen Sechsliter-V8 stopfen? Ist das ratsam? Der US-Tuner Mallett hat da überhaupt keine Hemmungen und bietet unzählige Umbaumaßnahmen für Solstice und den Konzernbruder Saturn Sky an. Ob Sechsliter-Aggregat (LS2) aus der Corvette C6 (404 PS), eine Turbolader-Version des gleichen Motors mit 600 PS oder Variationen mit dem Siebeliter-V8 aus der Corvette Z06 (512 PS) - Mallett macht den Roadster zum Ballermann. Vorbei die Zeit, da der Zweiliter-Motor mit 264 PS das Maß der Dinge in Solstice, Sky und GT waren.
Gekrönt wird der Leistungswahn des Tuners von zwei Turbo-Umbauten auf Basis der LS7-Maschine mit sieben Litern Hubraum. Stufe eins drückt so viel Luft in die Brennräume, dass die nachgerüsteten 265er Schlappen auf der Hinterachse es mit 750 PS zu tun bekommen, Stufe zwei wird als "Monstrous 1000 PS Turbonetics Turbocharger Upgrade" angepriesen und hat eigentlich keine Daseinsberechtigung. Allein der Umbaupreis OHNE Auto beträgt muntere 92.000 US-Dollar. In Addition mit einem neuen Opel GT (32.400 Euro) wäre man also bei rund 100.000 Euro. Dazu kommen natürlich noch allerlei Kosten für die Drumherum-Modifikationen an Kupplung, Getriebe, Fahrwerk und und und.
Und was bringt all der PS-Wahn? Nun ja, allein die Einstiegsversion mit 404 PS beschleunigt in 4,4 Sekunden auf 96 km/h (60 mph). Die in den USA so wichtige Viertelmeile schafft der kleine Roadster in 12,8 Sekunden und am Ende der Strecke standen 181 km/h auf dem Tacho. Nur der Herrgott allein weiß, zu was für Fahrleistungen das 1000 PS starke Derivat fähig ist. Und die Koste ... Wenn ein reicher Kunde aus Qatar seinen über 400.000 Euro teuren Porsche Carrera GT zum Bi-Turbo-Umbau für über drei Monate nach Deutschland zu 9ff schickt, dann wird sich auch jemand finden, der über 100.000 Euro für den Mallett-V8-Roadster ausgibt.
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